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Morten Georgsen

„MR. STORAGE“ IM GESPRÄCH

Aufbewahrungsmöbel sind nur dann erfolgreich, wenn sie „Bedürfnisse erfüllen und weder mit Funktionalität noch mit Ästhetik geizen“, um mit den Worten von Morten Georgsen zu sprechen. Er sollte es schließlich wissen: Der weltweit bekannte Designer aus Dänemark hat unsere gesamte Aufbewahrungskollektion entworfen. Wir trafen „Mr. Storage“ in seinem Studio in Valencia und haben mit ihm über seinen Werdegang und seine Karriere gesprochen, herausgefunden, wie sein Designprozess abläuft und wie viel Disziplin zum Designen erstklassiger Aufbewahrungsmöbel dazugehört.

ES GIBT WENIGE LÄNDER MIT SO VIELEN AUSGEZEICHNETEN DESIGNERN. WAS MEINEN SIE IST DER GRUND DAFÜR?

In Dänemark hat jeder ein Faible für elegantes Design. Es gehört so sehr zu unserem kulturellen Erbe und unserer DNA dazu, dass die meisten wohl gar nicht aktiv darüber nachdenken – es ist einfach Teil des Alltags. In Dänemark ist man überall von schönem Design umgeben: sei es zu Hause, in öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen oder Bars. Deshalb haben wir Dänen diese Wertschätzung für Design einfach im Blut.

SIND SIE MIT DESIGN GROSS GEWORDEN?

Mein Vater war Dekorateur und hat vor allem Schaufensterauslagen ausgestattet. Er war aber auch Künstler und das bedeutete, dass immer allerhand komische Leute zu Besuch kamen [lacht]. Ich bin in einer kleinen Stadt aufgewachsen, die heute Teil von Herning ist [der Stadt, in der BoConcept seine Wurzeln und bis heute seinen Hauptsitz hat]. Ich drücke es mal so aus: Damals gab es in diesem rauen Teil von Westjütland nicht viele Familien, die Einrichtungsmagazine zu Hause hatten. Aber wir haben immer welche gelesen, weil mein Vater auch Möbel hergestellt hat. Also ja, Design und Kreativität haben in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt.

IM LAUFE IHRER KARRIERE HABEN SIE ZAHLREICHE DESIGNS ENTWORFEN. WAS IST IHRE INSPIRATION?

Ich bin nicht der Typ, der in den Wald geht und Vögel beobachtet [lacht]. Trotzdem gehe ich immer mit allen Sinnen durchs Leben und betrachte meine Umgebung – hier in den Straßen Valencias und weltweit. Es kommt öfters vor, dass ich zu meiner Frau so etwas sage wie: ‚Guck mal da, daraus könnte man ein Wandsystem machen‘ oder ‚dieses Element da am Gebäude würde sich perfekt für einen Stuhl eignen‘. Am meisten inspiriert mich also das Leben selbst.

Ich finde es aber auch wichtig, dass man sich genug Zeit zum Nachdenken nimmt. Auf meinen vielen Langstreckenflügen habe ich viel Gelegenheit dazu. Und manchmal muss man eben auch einfach mal abschalten. Fußball schauen, einen Gin Tonic genießen… in diesen Momenten bringt unser Verstand die besten Ideen hervor. Aber man muss seinem Unterbewusstsein kontinuierlich neue Nahrung geben, um gute Ergebnisse zu bekommen.

IHRE DESIGNS SIND WIE EIN GUTER WEIN: SIE WERDEN MIT DEM ALTER NUR NOCH BESSER. WIE GESTALTEN SIE SOLCH ZEITLOS ELEGANTE DESIGNS?

Minimalismus ist das Stichwort. Ich glaube es war Winston Churchill, der einst schrieb: ‚Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre mein Brief kürzer ausgefallen‘. Dem kann ich nur zustimmen. Es ist keine Kunst ein überladenes Möbelstück zu entwerfen. Das Resultat sind ein zu hoher Preis und unnütze Funktionen, die nichts für das Design tun.

Während meiner Zeit bei Bang & Olufsen habe ich eins gelernt: Ich muss meine Designs klar und einfach halten. Ein gutes Design lässt sich mit nur wenigen Worten erklären. Ich bin 1958 geboren und gehöre damit zur alten Schule der dänischen Designer, die das von der Pike auf gelernt haben.

WANN SIND AUFBEWAHRUNGSMÖBEL FÜR SIE ERFOLGREICH?

Sie müssen vor allem praktisch sein. Gut, eine Box ist natürlich auch praktisch [lacht]. Ich finde, dass erfolgreiche Aufbewahrungsmöbel einzeln betrachtet schön und elegant und in Kombination mit anderen Möbeln wie eine moderne Skulptur wirken sollten. Idealerweise sollten sie aber nicht nur schön aussehen, sondern auch zur Einrichtung passen und genug Platz für alle Gegenstände haben, also alle Bedürfnisse erfüllen und weder mit Funktionalität noch mit Ästhetik geizen. Und schöne Proportionen haben! Das ist mein Metier.

MAN KÖNNTE MEINEN, DASS EIN WANDSYSTEM, DESSEN DESIGN AUF DEM PRINZIP DES MINIMALISMUS BERUHT, KÜHL UND TECHNISCH WIRKT. IHRE DESIGNS HINGEGEN SIND WARM UND EINLADEND UND FÜR JEDEN RAUM GEDACHT. WIE SCHAFFEN SIE ES, DIESES GLEICHGEWICHT HERZUSTELLEN?

Leonardo Da Vinci legte die Aufmerksamkeit auf den Goldenen Schnitt und genau darum geht es. Wenn die richtigen Proportionen mit dynamischen Farben, hochwertigen Materialien und guter Handwerkskunst verbunden werden, entsteht automatisch ein einladendes und elegantes Design.

SIE WURDEN MIT ZAHLREICHEN PREISEN AUSGEZEICHNET UND BLICKEN AUF EINE ERFOLGREICHE KARRIERE ZURÜCK. WAS STECKT HINTER IHREM ERFOLG UND IHRER AUSDAUER?

Ganz klar: harte Arbeit. Aber auch Kreativität spielt eine große Rolle. Ich führe mir immer vor Augen, welche Bedürfnisse der Endnutzer hat und wie ich diese befriedigen kann. Und ich bleibe jung. Das soll nicht heißen, dass ich nicht zu meinem wahren Alter stehe [lacht]. Nein, im Ernst: Ich bleibe immer auf dem neuesten Stand und bewahre mir meine jugendliche Neugier. Ich bringe meine sieben anderen Designerkollegen bei BoConcept dazu, auf neuen Pfaden zu wandeln. Ich frage immer: ‚Was wäre, wenn…?‘ oder ‚wieso machen wir das nicht einfach?‘. Es geht darum, sich selbst und die Menschen um sich herum ständig neu herauszufordern.

WELCHES AUFBEWAHRUNGSDESIGN VON BOCONCEPT GEFÄLLT IHNEN AM BESTEN UND WARUM?

Oh, das ist eine schwierige Frage. Ich glaube Bordeaux. So ein Design ist nicht einfach zu entwerfen, weil man wenig Spielraum hat. Ein paar Metallteile, einige Regalböden vielleicht. Und dann noch die größte Herausforderung elegant zu meistern: einen Eckbereich elegant und funktional wirken zu lassen. Denn sind wir mal ehrlich: in der Ecke sieht sonst eigentlich nicht viel gut aus. Aber Bordeaux schafft das. Für viele ist es wohl nur ein Regal, aber genau diese einfache Eleganz macht das Design so unbeschreiblich.

CLEVER IST DAS NEUE KLEIN

Welche Herausforderungen gibt es beim Entwerfen von Möbeln für kleine Räume? Darüber haben wir mit Produktmanager Anders Debel Hansen gesprochen. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung kennt er einige Tipps für den erfolgreichen Umzug in ein Apartment und verrät uns, welche neuen Produkte auf keiner Wunschliste fehlen dürfen.
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