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Karim Rashid

EIN KREATIVER REBELL

Kultureller Gestalter. Künstler. Nonkonformist. Dies sind nur einige der Labels, die Karim Rashid stolz und gerne für sich beansprucht. Pünktlich zum Launch seiner neuen preisgekrönten Ottawa Kollektion haben wir mit dem weltbekannten Designer über seinen Designprozess und seine Definition von Erfolg gesprochen und herausgefunden, dass er als Sternzeichen Jungfrau – anders als landläufig angenommen – mehr als bodenständig ist.

WIE DEFINIEREN SIE DESIGN?

Für mich bedeutet Design das Arbeiten mit modernen Ansätzen, die zukünftige menschliche Erfahrungen formen sollen. Dabei geht es um das Handwerk, durch das Qualität erzeugt wird, Dinge verbessert werden und unsere Gemeinschaft vorangetrieben wird.

BESCHREIBEN UNS DOCH KURZ IHREN DESIGNPROZESS.

Jedes Projekt ist einzigartig und daher gehe ich meist an jedes anders heran. Aber dank dieser Vielfalt kann ich Inspirationen auch projektübergreifend miteinander verknüpfen, die ich aus verschiedensten Ideen, Materialien, Verhaltensweisen, ästhetischen Aspekten und Sprachen ziehe. Ich fülle Notizbücher mit meinen Konzepten und bringe dann die Designs mit zurück in mein Studio. Es ist ganz entscheidend, zuerst mit dem Konzept zu beginnen und darauf aufbauend die Form zu entwickeln. Man kann sich der Idee plastisch und konzeptionell nähern. Mein Team entwickelt 3-D-Modelle meiner Ideen, recherchiert Materialien und Produktionsverfahren. Ich vergesse dabei nie, dass das Endergebnis eine Verbesserung des Archetyps sein muss.

 

WAS MACHT EIN MÖBELSTÜCK ZU EINEM ERFOLG?

Das ist eine interessante Frage, die ich nur schwer beantworten kann. Wenn ich auf meine eigenen Arbeiten zurückblicke, dann hatten alle erfolgreichen Designs vieles gemeinsam – wobei ich erfolgreich dabei als das definiere, was bei den Kunden beliebt ist, und nicht das, was in Museen steht oder Preise bekommen hat. All diese Designs sind äußerst funktional, erleichtern den Alltag, stecken voller Flexibilität oder Komfort und wurden mit herausragenden Produktionstechnologien hergestellt. Sie waren alle minimalistisch, aber sprachen auch die Sinne an und hatten etwas Menschliches.

SIE HABEN INSGESAMT ÜBER 3.000 PRODUKTE DESIGNT UND MEHR ALS 300 AUSZEICHNUNGEN GEWONNEN. WAS TREIBT SIE ZU SOLCHEN HÖCHSTLEISTUNGEN AN?

Meiner Meinung nach sollte alles Neue unser digitales Zeitalter in irgendeiner Art und Weise widerspiegeln – sei es durch die Herstellungsmethode, ein neues Material, eine digitale Designsprache oder eine völlig neue Art zu wohnen. Wenn ich mir heute ein Auto kaufe, erwarte ich elegante neue Linien, Farben und Finishes sowie die neuesten Technologien, die Einhaltung der aktuellen Sicherheitsstandards, den höchsten Komfort, die bestmögliche Effizienz und eine Designsprache, die unserer heutigen Zeit angemessen ist. Man denkt oft, dass Design nur auf oberflächlichen Trends basiert, dabei ist es die Technologie, die uns antreibt. Das Produktdesign lebt davon, dass Designer neue Technologien annehmen und umsetzen. Die chemische Zusammensetzung eines Materials, das Fertigungsverfahren oder eine mechanische Erfindung – ich gebe mich bei meinen Designs mit nicht weniger als dem neuesten Stand der Produktionsverfahren zufrieden.

BEEINFLUSST IHR GEBURTSLAND ÄGYPTEN IHRE ARBEIT?

Ich kann nicht behaupten, dass meine ägyptische Herkunft Einfluss auf meine Designs nimmt. Andererseits ist es unsere einzigartige DNA, die uns unterbewusst in unserem Handeln lenkt. So ist mir beispielsweise erst vor 10 Jahren bewusst geworden, dass meine Symbole denen von Hieroglyphen ähneln. Vorher habe ich da nie drüber nachgedacht, dabei habe ich diese Designsprache 30 Jahre lang entwickelt. Meine Familie und ich sind 1962 von Ägypten nach England gezogen, doch als ich nach 44 Jahren wieder in Kairo war, habe ich mich sofort mit der pulsierenden Stadt verbunden gefühlt. Man spürt die Anfänge unserer Zivilisation überall – einfach unglaublich. Gleichzeitig aber habe ich bemerkt, dass all das eben doch nicht die Kultur ist, mit der ich groß geworden bin. Als wir das Land verließen war ich einfach zu jung. Meine Mutter ist Britin und mein Vater hat nie viel mit mir über Ägypten gesprochen und so habe ich auch nie Arabisch gelernt. Ich bin Halbbrite und habe mehr Zeit in Großbritannien, den USA und Kanada verbracht als in Ägypten.

WAS IST DER WEITVERBREITETSTE IRRGLAUBE ÜBER KARIM RASHID?

Vermutlich, dass ich arrogant bin und ein großes Ego habe. Von Journalisten oder Unternehmen die mit mir zusammenarbeiten, bekomme ich immer zu hören, wie bodenständig ich bin. Kein Wunder: Ich bin Sternzeichen Jungfrau – ein Erdzeichen! Ich verhalte mich immer so, als würde ich diesen Beruf gerade erst neu aufnehmen und das führe ich mir immer vor Augen.

WELCHE STADT HAT IHRER MEINUNG NACH DAS BESTE DESIGN?

Viele Städte sind einzigartig und haben viel zu bieten, jedoch sind sehr wenige richtig gut designt. Es gibt viel zu oft Probleme mit dem Verkehr, zu viele visuelle und physische Verschmutzung, zu viele oder falsche Beschilderungen, zu wenige Parkplätze und generell herrscht immer Chaos. Deshalb habe ich keine wirkliche Lieblingsstadt. Es gibt aber einige Städte, die mir wegen ihrer pulsierenden Art, Kultur, Fortschrittlichkeit und der Art und Weise, wie dort alles geregelt und gehandhabt wird, gefallen: Stockholm, Mailand, Shanghai, Moskau, Tokio, Bukarest, Kopenhagen und Toronto. (Damit will ich natürlich niemandem auf den Schlips treten).

ERZÄHLEN SIE UNS ÜBER IHR VERHÄLTNIS ZU BOCONCEPT.

Einfach klasse. Mit euch zu arbeiten ist super. BoConcept will – genau wie ich – hochwertige Möbel kreieren, die sowohl funktional und gemütlich als auch clever und innovativ sind und Menschen emotional berühren.

WOHER KOMMT DIE INSPIRATION FÜR DIE PREISGEKRÖNTE OTTAWA KOLLEKTION UND DAS NEUESTE MITGLIED, DEM OTTAWA SOFA?

Bei der Ottawa Kollektion hatte ich meine Philosophie des sinnlichen Minimalismus im Hinterkopf (weich, gemütlich, menschlich, mit Charakter und dennoch zurückhaltend). Tatsächlich habe ich die Ottawa Sofakollektion für meine eigenen Bedürfnisse entworfen, denn auch ich bin Kunde. Ich reise sehr viel und habe Meetings in öffentlichen Räumen, Hotellobbys, Cafés oder Showrooms von Kunden. Dabei erstaunt es mich jedes Mal aufs Neue wie wenig über die Möbel in solchen Settings nachgedacht wird. In Hotels beispielsweise sitzt man immer zu weit voneinander weg und hat einen überdimensionalen Couchtisch zwischen sich. Wie soll ich mit jemandem kommunizieren, wenn da ein riesiger Tisch steht? Es muss alles viel persönlicher werden, ohne den individuellen Raum zu verlieren. Meine Kollektion musste daher komplett neu konfigurierbar sein und alle Bedürfnisse dieser Kundentypen erfüllen.

SIE HABEN DIE ERSTE OTTAWA KOLLEKTION NOCH VOR GEBURT IHRER TOCHTER ENTWORFEN. HABEN SICH IHRE DESIGNS GEÄNDERT SEIT SIE VATER SIND?

Da wir immer sehr ehrlich zu unserer Tochter sind, sind vielleicht auch meine Designs noch ehrlicher geworden. Ich habe ihr erklärt, was der Tod bedeutet und dass es Geister, Monster, Hexen und den Weihnachtsmann nicht gibt. Wir haben ihr erklärt, dass eine Frau heutzutage auf eigenen Beinen stehen kann und all diese Märchen von Prinzen und Prinzessinnen zwar schön, aber auch veraltet sind. Deshalb bringe ich ihr das Zeichnen bei, denn sie soll sich selber ausdrücken können. Es ist ein Geschenk, dass ich meine Leidenschaft für Design und Zeichnen mit ihr teilen kann. Es ist so aufregend die Dinge mit ihren Augen zu sehen und zu bemerken, wie wissbegierig und aufmerksam sie ist und es gibt keinen Tag an dem ich nicht von ihr lerne. So wie einst mein Vater wollen wir ihr zeigen, dass ihr die Welt offen steht. Meine Frau und ich gehen oft mit ihr in Museen und Galerien oder wir besuchen architektonische Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt. Erst vor Kurzem haben wir uns den Bahnhof Oculus von Santiago Calatrava und das MoMa angesehen.

IHRE PROGNOSE FÜR DIE ZUKUNFT DES MÖBELDESIGNS?

Ich stelle mir die Zukunft minimalistisch vor. Weniger, aber dafür besser.

DAS TIME MAGAZIN HAT SIE ALS "BEKANNTESTEN PRODUKTDESIGNER IN NORD-, MITTEL- UND SÜDAMERIKA" BETITELT UND SIE ZUM "PRINZEN DES KUNSTSTOFFS" GEKÜRT. WIE ABER WÜRDEN SIE SICH SELBST IN EINEM SATZ BESCHREIBEN?

Ich bin ein KULTURELLER GESTALTER, Designer, Künstler, Nonkonformist, Perfektionist und Modernist – zumindest strebe ich danach, das zu sein. Außerdem bin ich ungeduldig, fleißig, liebenswert, großzügig und nett. Ich bin sehr präzise und habe eine positive Grundhaltung.

CLEVER IST DAS NEUE KLEIN

Welche Herausforderungen gibt es beim Entwerfen von Möbeln für kleine Räume? Darüber haben wir mit Produktmanager Anders Debel Hansen gesprochen. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung kennt er einige Tipps für den erfolgreichen Umzug in ein Apartment und verrät uns, welche neuen Produkte auf keiner Wunschliste fehlen dürfen.
Zum Interview

Endlose Möglichkeiten

Das Ottawa Sofa entspricht immer genau Ihren Vorstellungen. Mit 10 Modulen, die alle in verschiedenen Farben und Stoffen erhältlich sind, sind die Möglichkeiten endlos. Jedes Modul kann Ihrem individuellen Stil und jeder Situation angepasst werden.
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